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Merry Christmas 2011
December 24th, 2011Steve Jobs Biographie
December 6th, 2011
C. Bertelsmann 2011
Walter Isaacson
702 Seiten
24,99€
ISBN 978-3-570-10124-7
Steve Jobs
Die autorisierte Biographie des Apple-Gründers
„Steve Jobs war einer der größten amerikanischen Innovatoren – mutig genug, um anders zu denken, verwegen genug, um zu glauben, er könne die Welt verändern, und talentiert genug, es tatsächlich zu tun.“ So steht das Barack Obama Zitat plakativ auf der Rückseite der seitenstarken Biographie von Steven Paul Jobs, die es aus dem Stand auf Platz 1 der Amazon-Buchliste geschafft hat.
Was erwartet den Leser von dieser Biographie? Nun es hat im Leben von Steve Jobs schon so manches Buch über ihn gegeben, so dass man geneigt ist zu glauben, wirklich Neues in dem Werk von Isaacson nicht zu finden, doch dem ist nicht so. Es gab auch schon Biographien über den Apple Lenker, die es gar zu rühmlicher Ehre gebracht haben, schnell aus dem Apple Store geschmissen zu werden, weil sie den Zorn Steve Jobs auf sich gezogen haben. Im Gegensatz zu iWoz hat der zweite Steve (und einer von drei Firmengründern) sich aktiv um Walter Isaacson bemüht, was klar im Zuge seiner Erkrankung stand und dem Wunsch geschuldet ist, seinen Kindern eine Möglichkeit zu geben, auch nach seinem Ableben verstehen zu können, warum ihr Vater so war und um seine Entscheidungen begreifbar zu machen. Sicherlich ist es auch die Überzeugung, die „Geschichtsschreibung“ der eigenen Person selber in der Hand zu haben, ein nicht ungewichtiger Grund, denn dieses Buch wird für immer die einzig autorisierte Biographie sein. Mit Walter Isaacson hat sich Steve Jobs einen überaus renommierten Journalisten und Autor genommen (Aspen Institut, CNN, Time Magazine, Biographien über Einstein, Franklin und Kissinger). In der Einführung „Wie dieses Buch zu mir kam“ schildert er die Geschehnisse rund um die ersten Anbahnungen. Besondere Erwähnung gebührt hier Laurence Powell, Steve Jobs Frau, die dem Autor 2009 unmissverständlich klar machte, wenn er je eine Biographie über Steve Jobs schreiben wolle, dann jetzt, nachdem Steve Jobs schon 2004 mit Walter Isaacson Kontakt aufgenommen hatte, der es aber bislang abgelehnt hatte diese Biographie zu schreiben. So zeigt es sich sehr deutlich, dass es im Leben von Steve Jobs einige besondere Frauen gab. So auch seine erste, uneheliche Tochter Lisa, nach der der erste gefloppte GUI-Rechner von Apple benannt war. Bekannt ist die Geschichte, dass er, nach Börsengang Apples zum Multimillionär geworden, nicht bereit war, Unterhalt für seine Tochter zu zahlen, so dass sogar Mike Markkula, eine Art Vaterfigur für Steve Jobs, dieses missbilligend kommentierte. Wenn man sich dann das Bild vom Griechenlandurlaub 2006 u.a. mit Lisa (Bild 20) ansieht, scheint es so, als sehe man eine glückliche Patchwork Familie.
In über vierzig Interviews sind letztendlich 40 Kapitel geworden, die bekanntes zeigen: Den Visionär (aufrollen des angestammten MP3-Spieler Marktes mit iPod und iTunes, um damit Technologie- und Marktführer zu werden; aus dem Stand den Smartphone Markt neu zu erfinden und das, was wir heute als Smartphone kennen, erst zu etablieren), den Erfinder (einige dutzend Apple Patente zieren Steve Jobs Namen, wenn dahinter immer ein, in der Regel leider namenloses, sehr, sehr gutes Team steht), den Despoten (bekannt die Elevator Stories, die einen Apple Angestellten innerhalb von 40 Sekunden arbeitslos werden lassen konnten, wenn er zur falschen Zeit am falschen Ort war und nicht die richtigen Antworten parat hatte). Auch die Geschichte von Apple, NeXT und Pixar ist wohl bekannt. Besonders bei Pixar, dem Gelegenheitskauf von Georg Lukas, weil dieser auf Grund seiner Scheidung Geld brauchte, ist es bemerkenswert, dass Steve Jobs hier dem Team um John Lasseter nicht reinredete, so dass diese schlussendlich stark beachteten Erfolg mit ihren Animationsfilmen feierten und Steve Jobs als krasser Außenseiter Hollywoods Oscars entgegen nahm. Die wenigsten wissen vielleicht noch, dass Pixar eigentlich nur ihre Animationssoftware vermarkten wollte und die ersten Kurzfilme nur Demos waren, um zu zeigen, wozu die Software in der Lage war.
Aber in Walter Isaacson Werk zeigt sich auch ein überaus emotionaler, fast ist man geneigt zu sagen zerbrechlich wirkender Mensch. Als Referenz kann hier das Kapitel 31 „Music Man: Der Soundtrack seines Lebens“ herhalten.
„Zuerst hörten wir die üblichen Dylan- und Beatles-Stücke, dann tippte er auf «Spiritus Domini», einem von Benediktinermönchen gesungenen gregorianischen Choral. Eine Minute lang hörte er völlig versunken zu. «Das ist wunderschön», sagte er mit leiser Stimme. Es folgte Bachs Zweites Brandenburgisches Konzert und eine Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier.“ Seite 489
Wie kein anderer Autor, der versuchte, sich der Person des Steve Jobs zu nähern, ist es Walter Isaacson gelungen diese Extreme des Steve Jobs aufzuzeigen. Auf der einen Seiten den knallharten Firmenlenker, der etwa bei Einstellungsgesprächen bei Apple die meist sichtlichen gestressten Probanden nach deren sexuellen Neigungen befragte. Der aber auch, das ist überliefert, sich Fußerfrischungen in Apples Toilettenkeramik verschaffte. Der zeitlebens dem Zen-Buddhismus verbunden war, auf seiner Indienpilgerreise (semisponsored by Atari) fast ums Leben gekommen wäre und die Erleuchtung doch nicht fand. Dem aber auch der Begriff des Reality distortion fields geschuldet ist (leicht zu überprüfen, man suche nur nach Ron Wayne als drittem Firmengründers von Apple auf deren Website).
Auf der anderen Seite ein Mensch, der die Musik der Beatles vergöttert. So ist das stringente Handeln Apples zu erklären, die Werke der Fab Four in den iTunes Store zu bekommen, was angesichts der gerichtlichen Aspekte Apple vs. Apple nicht immer einfach war. Schön, dass Steve Jobs noch zu Lebzeiten die Werke aus dem iTMS bekommen konnte, wenn er auch etliche Werke bereits zuvor von LP auf seine iPods/iPhones/iPads transferiert hatte. Jemand, der angesichts seines nahenden Todes, in sehr intimen Interviews seinem Gegenüber offenbart, dass er sich mehr um seine Familie hätte kümmern müssen. Was dem geneigten Leser ein Stück weit erahnen kann, wenn man sich die Reisefotos ansieht, auf denen der Vater einen Reise nur mit einer Tochter unternahm, was angesichts des überquellenden iCal-Kalenders von Steve Jobs hohen Stellenwert genießt.
In den vielen Kapitel stecken auch für eingefleischte Apple Fans manchmal noch Überraschungen, etwa der „thermonukleare Krieg gegen Googles Android“, der Verrat von Eric Schmidt an Apple oder das Geheimnis des nummernschildlosen Mercedes.
Wie es eingangs in Barack Obamas Zitat steht, war Steve Job einer der größten amerikanischen Innovatoren. Menschen, die das Glück hatten, ihn erleben zu können – etwa in einer Keynote -, von persönlichem Kontakt will ich hier gar nicht sprechen, sind meist berührt von ihm. Stellvertretend für viele ein Zitat von Jörg Kantel, dem Schockwellenreiter:
„Ich war vor etlichen Jahren von Apple einmal eingeladen, eine Keynote von Steve Jobs live in Paris zu hören. Es war ein Erlebnis, denn Jobs hatte Charisma und konnte seine Zuhörer begeistern. Er hinterläßt nicht nur bei Apple eine schmerzliche Lücke, denn Visionäre, besonders erfolgreiche Visionäre, sind in einer Welt, in der nur noch der Cash Flow und die Dividende zählen, sehr, sehr selten geworden.“ schockwellenreiter.de 06.10.2011
Auch die Reaktionen im Netz zum Tode Steve Jobs waren in dieser Form außergewöhnlich. Wenn ein Staatenlenker stirbt (Ost wie West) wird dieses von den Agenturen gemeldet – Print, TV wie Internet. Bei Steve Jobs waren nicht nur alle Apple Sites weltweit gleichgeschaltet, auch bei Amazon und bei Google war dieses traurige Ereignis sofort auf der Website sichtbar. Die Web 2.0 Sites seien an dieser Stelle einmal nicht sonderlich erwähnt, einzig dieses Zitat
„The fact that Steve Jobs‘ photo is still the entire homepage during 4S, iOS 5, iCloud says a lot about Apple“ Apple Spotlight auf Twitter am 12.10. 2011
Abschliessend die Empfehlung: Nicht nur Apple Jünger, sondern auch dem Lifestyle Unternehmen eher kritisch eingestellte Menschen werden diese über 700 Seiten sicherlich gerne lesen und einen Einblick in die Person Steve Jobs bekommen, der für immer mit außergewöhnlichen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts verknüpft sein wird. Zukünftige Generationen werden vielleicht sagen: „Ja Apple, das ist die Firma, die den PC erfunden hat (Apple II), den MP3-Spieler (iPod), das Smartphone (iPhone) und den modernen Fernseher (iTV).“ Nichts davon ist wahr, aber die generelle Aussage stimmt: Apple ist ein Lifestyle Unternehmen, das Trends setzt und Innovationen schafft, die es zuvor nicht gab.
Eins, das hat Steve Jobs klar zum Ausdruck gebracht, war ihm wichtig: Seine Firma soll auch nach seinem Ableben innovative Produkte entwickeln und vorankommen. Als großes Vorbild hat er dabei immer Hewlett Packard gesehen, denen er in seiner Jugend Elektrobauteile abschwatzte. Es scheint so, als habe er ganze Arbeit geleistet.
„Die Menschen, die verrückt genug sind zu denken, sie würden die Welt verändern, sind diejenigen, die es tun werden.“ „Think different“-Spot 1997
Steve Jobs
October 6th, 2011Über die Person Steven Paul Jobs ist in den Medien viel berichtet worden. Deshalb an dieser Stelle nur meine Ergüsse. Ansonsten sind 56 Jahre kein Alter zum Sterben, sondern um sich langsam auf die Ruhestandshobbys vorzubereiten.
Möge seine Familie, besonders seine Kinder und Frau, den schweren Verlust verkraften. Die spinnigen Jünger werden sich in wenigen Tagen beruhigt haben, haben sie doch auch keine wirkliche, gelebte Bindung zu Steve je gehabt.
Sandmännchen
September 19th, 2011Gestern zur Primetime auf KI.KA kam bei meiner Tocher und mir die Diskussion zum Sandmännchen auf. Dass es zwei Sandmännchen gab, wollte sie mir wohl glauben. Aber wo das Westdeutsche geblieben ist, konnte ich ihr nicht sagen. Wikipedia brachte die Antwort: Nur das Ostdeusche Sandmännchen hatte die Wiedervereinigung überlebt. Oder anders: Das Ostdeusche Sandmännchen hat den imperialistischen Klassenfeind besiegt – sicherlich ein später Sieg für Erich Honecker.
BTW:
“Bei den Kindern in beiden deutschen Staaten waren das Sandmännchen des eigenen bzw. des anderen Senders sehr beliebt. Dies führte in den Kindergärten der DDR vereinzelt zu Ausforschungen der Kinder. Wenn die Kinder in den DDR-Kindergärten das Sandmännchen beschreiben oder malen sollten, wurde schnell klar, welches Fernsehprogramm im Elternhaus gesehen wurde.”
Zitat Wikipedia, http://de.m.wikipedia.org/wiki/Sandmännchen
Ohne Worte
August 22nd, 2011Ich habe mich an meinen Obsthändler meines Vertrauen gewendet:
“Andere Sache: Remote geht mit dem Apple TV 1 nicht mehr. Gibt es eine einfach Lösung, eine alle Kopie der App zu bekommen, die noch mit dem 1er spielt. Ein altes iPhone-Backup aus der Time Machine zu holen und darin zu wühlen, ist nicht der typische Mac-Weg.”
Dazu die Antwort des Supports:
“Des Weiteren werden im iTunes Store wenn dann die aktuelsten Versionen von Apps zum Laden angeboten. Falls Sie eine ältere Version laden wollen und diese nicht im iTunes Store angeboten wird, bitte ich Sie diese über Ihre Backup wiederherzustellen.”
Wenn ich frickeln wollte, würde ich Linux oder WinDoof nehmen! Das kann doch nicht wahr sein, dass ich jetzt Time Machine anschmeißen muss und ein Backup des iPods oder iPhones von Time Capsule auf die Platte kratzen muss und dann im Backup nach dem richtigen Ordner für Remote suchen muss. Wie man weiß, sind die Ordner ja auch so sprechend benannt. Wann Remote nicht mehr Apple TV 1 kompatibel war, weiß man natürlich auch sofort.
Brennen die bei Apple jetzt eigentlich alle?
10 Jahre softwing.de
August 12th, 2011Am 19.07.2001 ging softwing.de online. Wie ich bereits vor 5 Jahren sagte, war es lediglich ein “me too”, was man am teilweise recht diletantischen HTML sehen kann. Mal sehen, was aus dem Kisser-Webimperium noch wird.
Objective-C 2.0
August 1st, 2011Klasse ist heute die Rezension zu Objective-C 2.0 beim Developer Channel rausgekommen. Das Buch ist echt die Wucht!
Muss mal meine WP App downgraden, da die 2.7er Version nicht mehr funzt. Ist ein bekannter Bug. Bei der Gelegenheit kann ich mich auch gleich nach einem alten Remote in Time Machine umsehen, denn die geht mit meinem Apple TV 1 auch nicht mehr.
Eine kurze Geschichte der Zeit
July 18th, 2011Margarete Janze 1916 – 2011
Um es mit Stephen W. Hawking zu sagen:
Das macht den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik fast zu einer Trivialität. Die Unordnung wächst mit der Zeit, weil wir die Zeit in der Richtung messen, in der die Unordnung wächst.